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Wann wird bei einem Konzert eigentlich geklatscht?

Wann wird bei einem Konzert eigentlich geklatscht? 

Egal ob Orchesterkonzert oder Oper: Ein klassisches Konzert hat seinen ganz besonderen Reiz. Oft in feierlicher Atmosphäre und in elegantem Rahmen präsentiert, werden bei einem klassischen Konzert große Werke der Musikliteratur dargeboten. Dass das Publikum eine eher chice Kleidung wählt und sich rechtzeitig vor Beginn des Konzerts im Saal einfindet, ist den meisten klar.

 

 

Doch eine andere Frage sorgt regelmäßig für Fragezeichen, nämlich: Wann wird bei einem Konzert eigentlich geklatscht?

Antwort darauf gibt der folgende Beitrag!:

 

Wie lange dauert ein Konzert?

Ein typischer Konzertabend bewegt sich meist in einem Zeitfenster zwischen 90 Minuten und drei Stunden, je nachdem, welche Stücke gespielt werden. Etwas mehr Zeit nimmt eine Oper in Anspruch. Es gibt zwar Opern, die ihre Geschichte in zweieinhalb bis drei Stunden erzählen.

Genauso kann die Aufführung einer Oper aber auch vier oder fünf Stunden dauern. Dabei gliedert sich ein langer Opernabend häufig in drei Teile. In den Pausen dazwischen kann sich das Publikum die Beine vertreten, auf die Toilette gehen und etwas trinken oder essen.   

 

Wie ist ein klassisches Konzert aufgebaut?

Um die Frage zu klären, wann bei einem Konzert applaudiert wird, ist es zunächst einmal wichtig zu wissen, wie ein klassisches Konzert aufgebaut ist. Bei einem typischen Orchesterkonzert wird meistens eine ganze Sinfonie oder Teile von mehreren verschiedenen Sinfonien gespielt. Dabei lässt sich eine Sinfonie, ähnlich wie ein Buch oder ein langer Text, in Einzelteile zerlegen. Die größte Einheit, vergleichbar mit einem Kapitel, ist der Satz.

Die meisten Sinfonien bestehen aus vier Sätzen. Der erste Satz ist schnell, der zweite Satz langsam. Mit dem dritten Satz folgt wieder ein schneller Satz und auch der vierte Satz, das große Finale, ist vielfach schnell. Jeder Satz bildet eine in sich abgeschlossene Einheit, verbindet sich aber erst mit den anderen Sätzen zum Gesamtwerk.

Wie viele Sätze bei dem Konzert gespielt werden, ist im Programmheft angegeben. Ein solches Programmheft erhält jeder Besucher eines klassischen Konzerts. Dass ein neuer Satz beginnt, ist daran zu erkennen, dass die Musik nun anders klingt als zuvor. So verändern sich das Tempo und oft auch die Stimmung. Außerdem macht das Orchester eine kurze Pause zwischen zwei Sätzen. Diese Pause hält allerdings nur wenige Sekunden an, viel mehr als zehn bis 20 Sekunden sind es nicht.

Die nächst kleinere Einheit einer Sinfonie ist das Thema. Das Thema besteht aus mehreren Motiven, die den jeweiligen Satz prägen und in verschiedenen Varianten immer wieder auftauchen. Ein Motiv wiederum ist die kleinste Einheit einer Sinfonie und das Element, das ein Stück charakterisiert.

Oft reicht es schon aus, das Hauptmotiv zu hören, um genau zu wissen, um welches Stück es geht. Ein Paradebeispiel für ein solches Motiv ist das Ta-Ta-Ta-Taaaa aus Beethovens 5. Sinfonie. Eine Sinfonie kann aber sehr viele verschiedene Motive haben.   

 

Wann wird bei einem Konzert geklatscht?

Wann es bei einem klassischen Konzert Zeit wird für Applaus, ist eine Frage, bei der sich die Geister scheiden.

Einigkeit besteht darin, dass geklatscht wird, wenn

·         der Dirigent oder ein Solokünstler die Bühne betritt. Hier wird dann zur Begrüßung applaudiert.

·         ein Stück beendet ist. Gleiches gilt natürlich ganz am Ende des Konzerts. Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist, lässt sich daran erkennen, dass sich der Dirigent oder Solokünstler zum Publikum dreht und sich verbeugt. Auch das Orchester erhebt sich meist von seinen Plätzen, wendet sich dem Publikum zu und verbeugt sich. Teilweise übergibt der Dirigent der Ersten Geige, dem sogenannten Konzertmeister, außerdem einen Blumenstrauß oder schüttelt ihm die Hand als Dankeschön.  

·         bei einer Oper ein Akt beendet ist. Dies lässt sich sehr leicht feststellen, denn zwischen zwei Akten findet immer eine Pause statt. Ob und wann über diese drei Punkte hinaus applaudiert wird, ist seit jeher eine Streitfrage. Früher war es üblich, dass das Publikum nach jedem Satz klatschte. Teilweise wurde sogar nach besonders schönen Abschnitten innerhalb eines Satzes applaudiert.

Bei der Oper tat das Publikum seine Meinung nach jeder Arie kund und wenn die Arie besonders gut gesungen war, forderte das Publikum mitunter eine Wiederholung, bevor es im Stück weiterging. Für die Künstler ist es auf der einen Seite natürlich ein schönes Gefühl und eine willkommene Anerkennung, wenn ihre Darbietung mit Beifall belohnt wird.

Auf der anderen Seite stört der Applaus zwischendurch den Fluss der Musik. Aus diesem Grund gilt es als veraltet, zwischendurch zu applaudieren. In deutschen Konzertsälen ist es folglich nicht mehr üblich, zwischen den einzelnen Sätzen zu klatschen. Stattdessen beschränkt sich der Beifall auf die drei oben genannten Zeitpunkte. Dafür fällt der Applaus ganz am Ende des Konzerts dafür aber umso lauter und ausgiebiger aus.

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