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Was ist eigentlich ein Fan?

Was ist eigentlich ein Fan? 

Kreischende Teenager, leidenschaftliche Erwachsene in teils merkwürdigen Outfits und passionierte Senioren, die keinen Auftritt ihres Lieblingsstars verpassen: Fans gibt es in allen Altersklassen. Doch wann ist jemand eigentlich ein Fan? Wo verläuft die Grenze zwischen etwas gut finden und Fan sein? Und was macht einen echten Fan aus?

 

 

Was ist eigentlich ein Fan?

Die Bezeichnung Fan geht auf das Wort fanatisch zurück. Nun ist aber natürlich nicht jeder, der von einer Musikrichtung, einem Künstler, einer Sportart oder etwas anderem begeistert ist, gleich ein Fanatiker im herkömmlichen Sinne.

Die Bezeichnung allein hilft deshalb bei der Frage, was ein Fan ist, nicht unbedingt weiter. Erschwerend kommt hinzu, dass es den einen, typischen Fan gar nicht gibt. Stattdessen spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Ein Kriterium in diesem Zusammenhang ist das Fanobjekt selbst. Dabei können die verschiedensten Dinge zum Fanobjekt werden, Musik beispielsweise genauso wie eine Sportart, ein Buch oder ein Film. Allerdings bezeichnen sich viele Fans selbst gar nicht als Fans.

Jemand etwa, der gerne in die Oper geht und auch zu Hause bevorzugt Opern hört, würde sich vermutlich eher Opernliebhaber nennen und nicht davon sprechen, dass er ein Opernfan ist. Tatsächlich zeigt der Opernliebhaber aber dieselben Merkmale wie der Fan einer Popband oder ein Fußballfan. Eine große Gemeinsamkeit, die alle Fans miteinander verbindet, ist nämlich die Begeisterung oder die Leidenschaft für eine Sache. Sie wird dadurch verstärkt, dass der Fan eine soziale Beziehung zu seinem Fanobjekt aufbaut. Dies lässt sich am Beispiel des Fans eines Musikers veranschaulichen.

Der Fan kauft sich die Alben des Künstlers, hört die Musik, sieht sich Auftritte des Musikers im Fernsehen an, liest Interviews, interessiert sich für das Leben des Künstlers und besucht, wenn möglich, seine Konzerte. Der Fan wird den Musikstar aber meist nicht persönlich kennenlernen und schon gar nicht zusammen mit ihm auf der Bühne stehen. Eine direkte, persönliche Beziehung wird somit nicht entstehen. Zudem ist der Musiker eine öffentliche Person.

Der Fan ist mit seiner Begeisterung folglich nicht alleine und es ist auch kein besonderes Privileg, Fan dieses Musikers zu sein. Stattdessen könnte jeder Fan sein und üblicherweise hat ein Musikstars sehr viele Fans. Dieser Aspekt ist deshalb wichtig, weil nicht jede soziale Beziehung ein Fan sein begründet. So baut jemand, der beispielsweise eine Katze hat, ebenfalls eine soziale Bindung zu dem Tier auf.

Es würde aber nicht davon gesprochen werden, dass er Fan dieser Katze ist.   Neben der Begeisterung für eine Sache kommt als weiterer Faktor dazu, dass die Leidenschaft für das Fanobjekt über das durchschnittliche Maß hinausgeht.

Um beim Fan des Musikers zu bleiben:

Ein musikinteressierter Nicht-Fan hört sich die Musik an, findet sie möglicherweise gut und kauft sich eventuell das Album. Der Fan hingegen hat alle Alben und diverse Fanartikel des Künstlers, freut sich schon Wochen vorher auf ein Konzert, verpasst keinen Fernsehauftritt des Musikers und verfolgt aufmerksam, was die Medien über ihn berichten.

Damit ist auch gleich das nächste Merkmal des Fans gegeben. Der Fan investiert nämlich Zeit und meist auch Geld in sein Fanobjekt. Es gibt also drei wesentliche Kriterien, die einen Fan charakterisierten, nämlich

1.       die soziale Bindung,

2.       Begeisterung, Leidenschaft und Emotionen in überdurchschnittlichem Umfang und

3.       die Bereitschaft, in das Fanobjekt zu investieren.  

 

Wie wird jemand zum Fan?

Niemand wird als Fan geboren, sondern wird erst im Laufe seines Lebens zu einem Fan. Meist beginnt diese Entwicklung im Jugendalter. Dies liegt daran, dass die Jugend die Phase ist, in der sich die Persönlichkeit herausbildet. Jugendliche müssen lernen, sich in die Gesellschaft zu integrieren, möchten aber gleichzeitig ihren eigenen Weg gehen und suchen nach ihrer Identität und Individualität. In dieser Zeit verändert sich auch der Blick auf die Welt.

Waren bislang meist die Eltern oder die älteren Geschwister die Vorbilder, finden Jugendliche nun in Stars ihre Idole. Ihnen schenken sie Bewunderung und ihnen eifern sie nach. Allerdings hält die Begeisterung für ein Fanobjekt aus Jugendtagen oft nur eine gewisse Zeit lang an. Stellen die Teenager gegen Ende der Pubertät fest, dass ihre Idole unerreichbar sind, geht oft auch das Interesse an ihnen verloren. Hinzu kommt, dass bestimmte Fanobjekte eine bestimmte Fangruppe ansprechen.

Boybands beispielsweise finden vor allem in jungen Mädchen ihre Fans. Werden aus den Mädchen Teenager oder junge Frauen, endet das Fan sein, denn unter Altersgenossen gilt die Begeisterung für eine Boyband als kindisch und eben etwas für kleine Mädchen. Es gibt aber auch eine Entwicklung in die andere Richtung.

Entdeckt jemand etwas Neues, Ungewöhnliches für sich und trifft er dabei auf Gleichgesinnte, entstehen Subkulturen. Wer hier Fan ist, möchte sich klar von der breiten Masse und gesellschaftlichen Konventionen abgrenzen. Dementsprechend stößt es oft auf wenig Gegenliebe, wenn das Fanobjekt in die breite Öffentlichkeit tritt und sich vom Außergewöhnlichen in Richtung Mainstream bewegt.  

  

Hat das Fan sein Auswirkungen auf den Alltag?

In den meisten Fällen ist das Fan sein eine Art Hobby. Fans begeistern sich für ihr Fanobjekt, führen ansonsten aber ein ganz normales Leben. Sie gehen arbeiten, haben Familie und Freunde. Einen Teil ihrer Freizeit widmen sie dem Fanobjekt und sie möchten es auch nicht missen, aber es ist nicht ihr einziger Lebensinhalt. Allerdings gibt es auch Fanliebe, die extreme Ausmaße annimmt. Bei diesen Fans dreht sich alles um das Fanobjekt und wer die Leidenschaft nicht teilt, wird aus dem Freundeskreis ausgeschlossen.

Sämtliche Abläufe sind auf das Fan sein ausgerichtet und Termine werden so gelegt, dass sie mit Fanaktivitäten vereinbar sind. Am Outfit, dem Styling und der Wohnungseinrichtung ist unverkennbar, wer oder was das Fanobjekt ist. Solche extremen Fans, die teils schon krankhafte Züge aufweisen, sind allerdings wirklich die Ausnahme.

Und gegen ein Dasein als normaler Fan ist überhaupt nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil können gerade durch die Begeisterung für etwas Interessen und Freundschaften entstehen, die selbst dann Bestand haben, wenn das Fanobjekt längst nicht mehr interessant ist.

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Thema: Was ist eigentlich ein Fan?

 
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