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  Monday, 24 September 2018
 
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Die 10 schönsten Opernhäuser in Deutschland, 2. Teil

Die 10 schönsten Opernhäuser in Deutschland, 2. Teil 

Viele Opernhäuser sind allein schon wegen ihrer tollen Architektur und ihrer prächtigen Inneneinrichtung einen Besuch wert. Und auch die Oper selbst ist alles andere als spießig!

 

 

Natürlich trifft die Oper nicht jedermanns Musikgeschmack. Und zweifelsohne haftet Opernhäusern etwas Elitäres an. Doch spießig, überkandidelt oder gar langweilig sind Opern deshalb noch lange nicht. Viele Opernhäuser sind architektonische Meisterleistungen und allein schon deshalb sehenswert. Hinzu kommen die spannenden Geschichten, die die altehrwürdigen Gebäude erzählen.

Die Opernhäuser haben finanzielle Krisen, die Weltkriege und manch andere bewegte Zeit überstanden. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass es immer wieder Personen gab, die sich dafür eingesetzt haben, dass das Opernhaus ihrer Stadt wiederaufgebaut, saniert und am Leben erhalten wird. Denn Opernhäuser bieten der Musik einen angemessenen Rahmen. Und bei dieser Musik muss es sich keineswegs nur um die Oper handeln.

Auf der Suche nach den schönsten Opernhäusern in Deutschland haben wir zehn beeindruckende Häuser ausgewählt. Im 1. Teil dieses Beitrags haben wir das Richard-Wagner-Festspielhaus in Bayreuth, die Komische Oper in Berlin, die Semperoper in Dresden, die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf und die Alte Oper in Frankfurt am Main vorgestellt.

Hier geht es nun weiter mit dem 2. Teil der Liste:

 

6. Halle an der Saale: das Opernhaus Halle

Das Opernhaus Halle wurde 1886 erbaut. Damals war es aber noch gar kein Opernhaus. Stattdessen wurde das Gebäude als “Stadttheater Halle” errichtet und als Theater betrieben. Im Zweiten Weltkrieg ereilte das Theater dann das Schicksal, das es mit vielen anderen deutschen Opernhäusern teilt: Bei einem Bombenangriff wurde das Gebäude zerstört. Sechs Jahre später wurde das Theater neu eröffnet, und zwar unter dem Namen “Landestheater Halle” als Landestheater des Landes Sachsen-Anhalt. Erst 1992 wurde aus dem Theaterhaus schließlich ein Opernhaus. Und damit ist das Opernhaus Halle das einzige Opernhaus in Sachsen-Anhalt.

Die Sanierungsarbeiten an dem Gebäude dauern noch immer an. Anfang dieses Jahrtausends wurde die Schaufassade nach den alten Plänen rekonstruiert, gut zehn Jahre später wurde die Ostfassade erneuert und ihr ursprüngliches Bild wiederhergestellt. Als nächstes Projekt steht die Rekonstruktion der früheren Westfassade mit Terrasse an. Und wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind, soll das Opernhaus auch eine stilechte Kuppel bekommen.

Übrigens: Das einstige Wahrzeichen des Opernhauses war ein prunkvoller Kronleuchter im Zuschauerraum. Bei dem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg, dem das Gebäude zum Opfer fiel, wurde auch der Kronleuchter zerstört. Und bis heute sitzt der Schmerz über den Verlust des prächtigen Leuchters tief.   

 

7. Hamburg: die Laeiszhalle

Der Hamburger Reeder Carl Heinrich Laeisz hinterließ der Stadt Hamburg 1,2 Millionen Mark. Dabei äußerte er in seinem Testament den Wunsch, dass mit diesem Geld eine würdige Stätte, in der Musik gespielt und genossen werden kann, errichtet werden soll. Die Stadt Hamburg erfüllte diesen Wunsch. Das prächtige Gebäude im neobarocken Stil wurde zwischen 1904 und 1908 gebaut. Seinerzeit war das Opernhaus die größte und modernste Spielstätte in Deutschland.

Und von Anfang an wurden in der Laeiszhalle nicht nur klassische Opern, sondern Konzerte aller Art aufgeführt. Deshalb hat die Laeiszhalle, die sich übrigens Leißhalle spricht, auch mehrere Veranstaltungsräume. So gibt es einen großen und einen kleinen Saal, das Studio E und das Brahms-Foyer.Übrigens: Ein tolles Highlight ist das “Klingende Museum” im Opernhaus. Hier haben kleine und große Besucher die Möglichkeit, verschiedene Musikinstrumente auszuprobieren.  

 

8. Hamburg: die Hamburgische Staatsoper

Im Januar 1678 öffnete die Hamburgische Staatsoper unter dem Namen “Opern-Theatrum” ihre Pforten. Dabei gab es gleich zwei Besonderheiten. So war das Opernhaus zum einen das erste öffentliche Opernhaus in Deutschland. Zum anderen war das erste Stück, das aufgeführt wurde, das religiöse Singspiel Adam und Eva oder Der erschaffene, gefallene und aufgerichtete Mensch von Johann Theile. Für diese doch recht ungewöhnliche Wahl gab es einen Grund.

Beeinflusst vom Pietismus, hatte sich die Hamburger Pfarrerschaft gegen das Opernhaus ausgesprochen. Die Betreiber erhofften sich nun, die Pfarrerschaft durch das christliche Schauspiel besänftigen zu können. Trotzdem kam es zum Theaterstreit, denn die lutherisch-orthodoxen Pfarrer ergriffen für das Opernhaus und die Oper Partei.

Von den Anfangsschwierigkeiten unbeeindruckt, entwickelte sich die Hamburgische Staatsoper zu einer der führenden Einrichtungen für klassische Musik in Europa. Doch auch wenn das Opernhaus große Erfolge feierte, hatte es das Schicksal nicht immer auf seiner Seite: Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg fiel es Bombenangriffen zum Opfer. Selbst ein zerbombter Zuschauerraum konnte das Opernhaus aber nicht davon abhalten, die Aufführungen fortzusetzen. Um den Wiederaufbau zu finanzieren, sammelte die Stiftung Wiederaufbau der Hamburgischen Staatsoper Anfang der 1950er-Jahre Spenden in Höhe von anderthalb Millionen Mark ein. So konnte bis 1955 ein neues Gebäude errichtet werden, in dem fast 1.700 Zuschauer Platz finden.

Übrigens: In seiner Hamburger Zeit arbeitete Georg Friedrich Händel als Geiger und Cembalist an der Oper. Folglich fand auch die Uraufführung seiner ersten Oper Almira 1705 an der Hamburgischen Staatsoper statt.  

 

9. München: die Bayerische Staatsoper

Das damalige „Cuvilliés-Theater“ wurde für die schnell anwachsende und überaus musikbegeisterte Bevölkerung Münchens einfach zu klein. Also musste ein neues Opernhaus her. Der Bau der Bayerischen Staatsoper begann 1755, wurde durch die Napoleonischen Kriege aber ausgebremst. Hinzu kamen Geldprobleme, denn schon nach einem Jahr Bauzeit waren die finanziellen Mittel ausgeschöpft. So sollte es bis Oktober 1818 dauern, bis das Opernhaus endlich offiziell eröffnet werden konnte.Doch das Opernhaus musste immer wieder mit Schicksalsschlägen zurechtkommen.

So brannte das Gebäude fünf Jahre nach der Eröffnung völlig nieder. Es wurde wieder aufgebaut, im Zweiten Weltkrieg durch Bomben aber erneut zerstört. Nach dem Krieg waren die finanziellen Mittel knapp. Deshalb gründete sich die Bürgerinitiative Freunde des Nationaltheaters e.V. und sammelte in der Münchner Bevölkerung Spenden, um den Wiederaufbau zu finanzieren. Die Bauarbeiten dauerten fünf Jahre und kosteten rund 62 Millionen Mark.

Doch der Aufwand hat sich gelohnt, denn das Opernhaus beeindruckt mit einer prächtigen Fassade und einer prunkvollen Innenausstattung. Rund 2.100 Besucher können in dem herrlichen Ambiente musikalischen Hochgenuss erleben.Übrigens: Über 100 Opern wurden in der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt. Darunter sind auch zahlreiche Werke von Richard Wagner, beispielsweise Tristan und Isolde, Die Walküre und Die Meistersinger von Nürnberg 

 

10. München: das Staatstheater am Gärtnerplatz

Wie sehr die Münchner Musik schätzen, zeigt sich daran, dass es in München gleich zwei Opernhäuser gibt. Das Staatstheater am Gärtnerplatz, das im Volksmund auch einfach nur Gärtnerplatztheater genannt wird, entstand auf eindringliches Bitten der Münchner Bevölkerung hin. Die Stadtbewohner hatten schon lange ein eigenes Theater für das Volk gefordert. König Ludwig II. kam diesem Wunsch schließlich nach und im November 1865 wurde das Opernhaus eröffnet.

Dabei wurde aber sehr genau zwischen der seriösen Oper und der leichten Operette, zwischen der Oper als heitere Muse und dem Musiktheater als moralische Anstalt unterschieden. Und so wurden Opern von den Musikern der Bayerischen Staatsoper aufgeführt, während das hauseigene Ensemble des Gärtnerplatztheaters die Operetten spielte.

Übrigens: Ende der 1920er-Jahre war Magda Schneider, die Mutter der berühmten Romy Schneider, einer der Stars des hauseigenen Ensembles.

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